| Unser Unternehmen
einst - Geschichte unseres Familien-Unternehmens |
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1889 kaufte der
Bäckermeister Xaver Rackl I. (der zweitgeborene Sohn der Bäckerei Rackl in
Seefeld) in der Hauptstraße 86 in Olching bei München eine von einem
Schuster betriebene Bäckerei.
Nachdem 1839 die Eisenbahnstrecke München – Augsburg eröffnet worden war,
stieg die Einwohner-zahl der ländlichen Gemeinde stetig an und entlang der
Hauptstraße siedelten sich immer mehr Gewer-betreibende an. Die Bäckerei
wurde schnell ver-größert.
Es gab zu dieser Zeit in Olching noch keine
Elek-trizität. Alle Teige mussten mit der Hand geknetet werden. Außer einer
Waage gab es keine techni-schen Hilfsmittel.
Als Lockerungsmittel war nur der Sauerteig
ge-bräuchlich und für die Weizenteige, wie Semmeln, Remische, Maurerlaiberl
und natürlich die Laugen-brezel, wurde als Lockerung- und Gärmittel die
Bierhefe verwendet. |
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Maß und
Gewicht
kommt vor Gottes Gericht! |
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Die Teige
mussten für Brot ausgewogen und dann gewirkt werden.
Bevor
gebacken werden konnte, musste zuerst der Backofen beheizt werden. Dabei
wurden lange Holz-scheite in den Backraum gelegt und angezündet. Wenn die
Schamottsteine weißlich glühten, wurde die Asche herausgezogen und der
Backraum mit einem feuchten Strohwisch gesäubert.
Die
Brote wurden mit Backschiebern aus Holz in den Ofen geschoben - bairisch:
„eingeschossen“.
Alle
Backwaren wurden im eigenen Laden verkauft oder von den zahlreichen Kindern
Xaver Rackls I. mit dem Schubkarren ausgefahren.
Die technische Entwicklung
ging weiter. 1911 bekam Olching elektrischen Strom! |
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Der Sohn,
der mittlerweile eine Bäckerlehre machte, drängte den Vater, eine
Teigknetmaschine anzu-schaffen - gegen den Willen der Bäckerknechte (so
hießen die Bäckergehilfen früher), die um ihren Arbeitsplatz fürchteten. Die
Maschine wurde gekauft, die Bäckerknechte wurden aber weiter beschäftigt.
Nach dem 1. Weltkrieg gab es so wenig
Arbeits-kräfte, dass eine zweite Maschine, eine Teigteil-maschine, angeschafft
wurde, mit der man Weizen-teige in kleinere Portionen teilen konnte. Diese
Presse war rein mechanisch und wurde mit Muskel-kraft bedient.
Der
Sohn, Xaver Rackl II., machte 1926 die Meister-prüfung, heiratete und
modernisierte den Betrieb. Zusammen mit der Kohleindustrie wurde ein
Back-ofen geplant, der indirekt beheizbar war. Die Be-heizung erfolgte mit
Braunkohlebriketts, die Wärmeübertragung geschah durch Rohre, die mit
destilliertem Wasser gefüllt waren. Um warmes Wasser für die Teigbereitung
zu haben, wurden mittels einer elektrischen Wasserpumpe 2 große Boiler mit
Wasser gefüllt. |
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An eine zentrale
Wasserversorgung dachte 1927 noch niemand!
Für die junge Braut wurde direkt an der Rückseite des Backofens noch ein
modernes Bad mit Bade-wanne, Waschbecken und Spül-Klosett gebaut (vorher
musste das wöchentliche Bad in einer großen Blechwanne zelebriert werden).
In einem kleinen Ort war das schnell Tagesgespräch.
Im September 1929 wurde der Stammhalter, Xaver Rackl III. geboren (der
heutige Senior-Chef), drei Jahre später der zweite Sohn, Josef Rackl. Anfang
der 1930-er Jahre war die wirtschaftliche Lage in Deutschland sehr schlecht.
Die Menschen waren so arm, dass es oft nicht einmal für das tägliche Brot
reichte. Die Bäckerei Rackl verkaufte mehr Brot auf Kredit als für bar.
Ab 1933 besserte sich die
wirtschaftliche Lage lang-sam. Es gab aber viele Anordnungen und Bestim-mungen
der neuen Partei, mit denen man sich nur schwer abfinden konnte. Xaver Rackl
II. wurde 1935 zu einem Trainingskurs für Feldbäckereien einge-zogen.
Mit steigendem Wohlstand stellte die Kundschaft auch höhere Ansprüche. Man
verlangte nach „Mittagssemmeln“, und dazu musste eine kleinere Knetmaschine
her. |
Die kostete damals
350,-- Reichsmark – eine große Anschaffung!
Zum Vergleich: Semmeln
kosteten damals 3 Pfennige, genauso
die Brezen, ein Kilo
Mischbrot bekam man für 38 Pfennige.
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Der 26. August 1939 brachte
Einberufungsbefehle für Xaver Rackl II. und für einen landwirtschaftlichen
Mitarbeiter der Familie. Gleichzeitig musste das neue Auto abgeliefert
werden und ein Pferd wurde beschlag-nahmt – Generalmobilmachung!
Xavers Frau, Anna Rackl, war plötzlich alleine mit dem Geschäft, einem
Gehilfen und 2 Lehrlingen. Sie hatte keine Ahnung vom Backen, von der
Betriebsführung, von Buchführung und Einkauf und vielen Dingen, die einfach
„Männersache“ waren! Und wer sollte jetzt die Landwirtschaft führen, zumal
das eine verbleibende Pferd kaum den Wagen, die Mähmaschine und andere
Geräte ziehen konnte?
Mit Hilfe vieler Freunde und
eines polnischen Fremd-arbeiters konnte der Bäckereibetrieb auch in diesen
schwierigen Zeiten aufrecht erhalten werden.
Nach dem Krieg war das Wichtigste erst einmal, die Bevölkerung mit
Lebensmitteln zu versorgen. Die entsprechenden Betriebe, also auch die
Bäckereien, wurden bevorzugt mit Rohstoffen beliefert. Beide Rackl-Söhne
arbeiteten mittlerweile in der Bäckerei. Die Stromversorgung war noch
schwierig, so dass es regelmäßige Stromsperren gab. Bei der vormittäglichen
Stromsperre mussten die Teige von Hand geknetet werden. Für eine
Backofenladung waren das immerhin 70 kg Teig, die von den Söhnen in ca. 10
Minuten geknetet wurden.
Nach der Währungsreform 1948
kam die Wirtschaft langsam wieder in Schwung. Vom Bäcker wollten die
Leute nicht mehr das schwarze Vollkorngebäck, sie wollten Besseres.Da
viele Vertriebene in Olching sie-delten, stieg der Umsatz der Bäckerei
Rackl. Die Back-stube wurde erweitert, das alte Gebäude unterkellert,
um Platz für Rohstoffe zu gewinnen, der Backofen vergrößert, damit
Brot und Semmeln zur gleichen Zeit gebacken werden konnten, neue
Maschinen wurden angeschafft, und die Söhne bildeten sich fort. |

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